Rückmeldungen

Es ist eine besondere Freude, eine Rückmeldung über die gemeinsame Arbeitszeit zu erhalten.
Sie beschreibt die Möglichkeiten des Malens aus einem persönlichen Erleben heraus.

Als ich mir überlegte eine Maltherapie zu beginnen, haben sich mir viele Fragen gestellt:

 

-       „Oh ne - ich kann überhaupt nicht malen! Das war schon immer meine Schwäche

-       Ich bin super unkreativ

-       Das wird super peinlich was ich dann da auf´s Papier bekomme

-       Wie soll malen zu einer inneren Veränderung führen? Handlungsfähiger?

         Durch malen wie das denn?

-       Therapie ohne wirklich über die „Probleme“ reden? Hilft mir das?“

 

Generell bin ich offen Neues oder mir unbekanntes auszuprobieren – so begann ich interessiert – aber ohne Erwartungen.

Wir haben in der ersten Stunde mein Anliegen geklärt und Kyra hat mir geholfen so konkret wie möglich für mich zu formulieren, um welches Thema es mir genau geht. In meinem Fall war es mein grenzwürdiger Umgang mit Geld.

Das Konkrete Motiv, was nun in welcher Reihenfolge gemalt wird, hat mir Kyra vorgegeben, also was entsprechend dem Thema in der Reihenfolge passt. Und wir haben mit Malkittel und „Fingerfarbe“ losgelegt. 

Die erste Herausforderung war für mich überhaupt mit der Hand zu malen und zudem mit meiner „schwachen Hand“ zu malen. Da ich Rechtshänderin bin – habe ich die Bilder mit der linken Hand gemalt. Kyra hat mir erklärt, das es nicht auf die Schönheit des Bildes ankommt – sondern was während des Malens bei mir passiert - Gefühle, Gedanken, Körperreaktionen. 

Und da ist einiges passiert!

Von Stimmungen die sich plötzlich bei mir verändert haben, Erinnerungen an eine längst vergessene Zeit – die plötzlich wieder mit Emotionen besetzt waren, Traurigkeit, innere schwere oder Taubheit (mein Ohr ist zu gegangen)– aber auch Wehmut, Freude – Ein Gefühl auf mich selbst stolz zu sein – wer ich schon als Kind war und bin. Sowas fällt mir generell schwer – war aber plötzlich möglich. Ich habe Dankbarkeit gefühlt aber auch Erleichterung – meine familiären Themen „mal auf´s Blatt gebracht und damit Sichtbar gemacht zu haben. 

Wieder den Zugang zu einigen Themen bekommen zu haben und damit die Chance mir das Thema nochmal ganz neu und anders anschauen zu können.  – und damit ausgesprochen zu haben“.

Kyra war ne tolle, ruhige, sanfte Zuhörerin und Begleiterin und konnte das von mir beschrieben sehr hilfreich aufgreifen und beschreiben– so das ich einige Zusammenhänge aus der Vergangenheit besser verstehen konnte–Gefühle die ich schon lange kenne, besser benennen und auch hier verstehen und annehmen konnte.

Was mich total beeindruckt hat ist, das es eine ganz andere Art des Malens ist – als das was ich von meiner Kindheit kenne. Z.B ein Haus wird nicht mit dem äußeren Gerüst/Rahmen gemalt – sondern mittig auf dem Papier und auch aus der Mitte des „Hauses“ heraus erstellt. Mir wurde erklärt, das es darum geht etwas entstehen zu lassen – bei dem ich jederzeit checken kann – wie groß soll es werden, passt die Form/Größe für mich – um in diesem Entstehungsprozess aktiv zu entscheiden und vor allem wie geht es mir dabei.

Dieser Fakt hat sich massiv auf meinen Umgang in Alltagsdingen und Situationen ausgeübt. Ich muss jetzt nicht mehr alles vorplanen, ganz genau wissen wie sich was abspielen wird – ich gehe gelassener, spontaner, flexibler mit mir fremden Situation um – da ich jetzt irgendwie sicher weiß: „Ich kann hier für mich mitbestimmen und während des Entstehens sehen, spüren was für mich passt“. Also einfach für mich mitsorgen und muss das nicht vorher sichern. Das hat mir eine unglaubliche Flexibilität im Alltag gegeben, aber auch ein Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. 

Und ich habe die Fähigkeit des eigenen Prüfens geübt:

Passt das für mich? Wie stehe ich dazu?

Ich habe im Umgang mit meinem Geldthema mehr über mich gelernt, wozu ich es tue – woher es entstanden ist und was ich mir aktuell damit erfülle. Meine Selbstvorwürfe sind geringer, mein eigener Umgang mit meinen Schwächen ist ein wenig liebevoller geworden. Auch wenn eine innere Verlagerung entstanden ist – und nun ein weiteres Thema sichtbar geworden ist/sich gezeigt hat. Mein zweites Thema, war ein Thema, das nicht neu entstanden ist – sondern durch die Bearbeitung meines Geldthema erst Raum bekommen hat. So das ich es jetzt annehmen und angehen kann.

Mein Thema ist nicht komplett „weg“ aber darum ging es mir auch nicht – sondern in dem Thema weiter zu kommen – war mein Ziel. Und das bin ich definitiv.

                                                                                                                     DK vom 22.07.2018